Es war einmal eine Perfektionistin

Ich habe heute versucht, ganz normal zu essen. 0,5 mg von etwas intus, das mich beruhigen soll. Sollte. Hab ich mich bei der zweiten Einnahme schon gewöhnt?

Das ist für Notfälle, Michelle.

So hat sie es nicht gesagt, sie siezt mich. Aber die Message war dieselbe.

Ich hatte beschlossen, dass eine vorangegangene Panikattacke um 4 Uhr morgens, Herz im Galopp und Übelkeit inklusive, ein Notfall waren.

Und du hast morgen erst dein Bewerbungsgespräch…

Da ist die Stimme, die ich eigentlich gar nicht hören will.

Ich nehme das Medikament trotzdem, am Mittag, in der Hoffnung, dass es mich genauso beruhigt für den restlichen Tag wie letzte Woche. Aber das tut es nicht, kurz vor dem Abendessen geht es mir genauso schlecht wie vorher. Die Gedanken an das bevorstehende Abendessen, das Gespräch morgen für den Job, den ich so dringend will, sind zurück.

Aber um kurz zurückzuspulen, ich habe die ersten Stunden der Wirkung genutzt. Ich habe im Haushalt meiner Mutter geholfen, war einkaufen (mit kleinen Kindern um mich rum und in der Schlange stehen, yay). Ich habe nicht nachgedacht, und wenn, dann wenigstens nur an eine Sache gleichzeitig. Da ist sie wieder, die Perfektionistin. Ist das der Deal?

Wenn ich etwas festgestellt habe, dann das die Tablette dafür sorgt, dass mein Körper sich vielleicht gerne aufregen will, mein Kopf das aber verbietet. Ich kann nicht weinen unter dem Einfluss der Medikamente. Ich weiß nicht, ob mir das gefällt.

Und so geht der Tag zu Ende, mit ein paar Kartoffeln im Magen, zu vielen Tränen, die dann doch durchkamen.

Morgen: Meine erste Buchrezension zu „Proud to be Sensibelchen“ von Maria Anna Schwarzberg et al.

Das erste wirklich fesselnde Buch zum Thema Hochsensibilität, aber ich will nicht zu viel verraten.

3 Kommentare zu „Es war einmal eine Perfektionistin

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